Hallo Jay,
erst einmal vielen Dank für die vielen, wunderbaren Reaktionen auf meinen letzten Newsletter! Sie haben mich sehr berührt – und ich darf noch auf einige antworten.
Doch Zeit für meine Projekte ist aktuell etwas knapp.
Neben wunderbaren Begegnungen fließt meine Energie gerade vor allem in den Berufsverband. Denn heute startet die Aktionswoche zum 50. Internationalen Hurentag!
Hä, was für ein Tag?
Am 02. Juni 1975 besetzte eine Gruppe mutiger Sexarbeitenden eine Kirche in Lyon, um gegen Polizeigewalt und Diskriminierung zu protestieren. Seitdem ist der 02. Juni als Internationaler Hurentag bekannt.
Soweit die Geschichtslektion für heute.
In den letzten 50 Jahren hat sich viel getan. Doch Sexarbeit ist immer noch stigmatisiert.
Ich überlege immer, ob ich einer Person, die ich privat kennenlerne, ob ich ihr von meiner Berufung erzähle.
Doch nur wenn wir darüber reden, sehen Menschen, was wirklich hinter Sexarbeit steckt. Und erkennen – hoffentlich – dass die Möglichkeit, erotische Dienstleistungen in Anspruch zu nehmen, eine Bereicherung für die Gesellschaft ist.
Auch, wenn es Missstände gibt.
Doch in anderen Branchen kommt auch keine*r auf die Idee, die ganze Branche zu verbieten, wenn Arbeitsbedingungen schlecht sind.
Oder wollte irgendjemand den Kauf von Fleisch unter Strafe stellen, weil die Arbeitsbedingungen in den Produktionshallen menschenunwürdig sind?
Heißt: Es brauch mehr Einblick hinter die Kulissen.
Deshalb startet heute die Aktionswoche zum 50. Internationalen Hurentag, yay!